Verfasst von: brtchibo | 22. Oktober 2008

Kommentar zu den KV-Herbstrunden

Soeben erhielt ich einen interessanten Kommentar des
stv. Bundesgeschäftsführers der GPA-djp Karl Projer
zum Thema: KV-Herbstrunden: Signale der Sicherheit„.

Foto: Schedl 

Selten  noch waren die Lohn- und Gehaltsrunden des Herbstes so stark im Blickfeld der Öffentlichkeit wie dieses Jahr. War es zunächst die hohe Inflation, die das Interesse auf die Herbst-KV-Runden lenkte, so sind es seit kurzem auch die Folgen der internationalen Finanzkrise.

 

Neben der Kollektivvertragsrunde in der Metallindustrie verhandelt die GPA-DJP in diesem Herbst auch für die etwa 500.000 Beschäftigten im Handel, für die Bankangestellten und die Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich.

 

Gerade jetzt erwarten die ArbeitnehmerInnen verständlicherweise ein hohes Maß an Sicherheit und Berechenbarkeit und es wäre völlig falsch, in dieser Situation von den bewährten Parametern der österreichischen Kollektivvertragspolitik abzugehen, die da lauten Abgeltung der Teuerung plus einen Anteil an der gestiegenen Wertschöpfung. Auch maßgebliche Kräfte der Wirtschaft dürften erkannt haben, dass eine übertriebene Lohnzurückhaltung aus gesamtwirtschaftlicher Sicht fatal wäre und letztendlich die gesamte ökonomische Entwicklung in Mitleidenschaft gezogen würde. Nur Menschen, die die Sicherheit einer nachhaltigen Einkommenssteigerung  verspüren, werden als KonsumentInnen die dringend benötigten Impulse geben.

 

Die Ertragslage der heimischen Wirtschaft war im vergangenen Jahr sehr gut, nicht nur in der Industrie, auch im Handel oder in der Kreditwirtschaft. Es geht schlicht und einfach darum, dass jene, die maßgeblich für die positive Entwicklung verantwortlich sind, ihren gerechten Anteil erhalten.

 

Eines sei aber auch klar und deutlich gesagt: Die Frage des real verfügbaren Einkommens ist nicht ausschließlich eine Frage der gewerkschaftlichen  Einkommenspolitik.

 

Die arbeitenden Menschen brauchen nun rasch konkrete Entlastungsmaßnahmen von Seiten der Politik, damit ihre Gehaltserhöhung auch tatsächlich spürbar wird. Während noch nicht sicher ist, ob eine künftige Regierung die brennenden Fragen für die ArbeitnehmerInnen auch wirklich erkennt und entsprechend handelt, können sich diese auf eines sicher verlassen: dass ihre Gewerkschaft, mit der notwendigen Erfahrung und Entschlossenheit bei den Kollektivvertragsrunden in diesem Herbst auf ihrer Seite stehen wird.

 

 

Karl PROYER, stv. Bundesgeschäftsführer GPA-djp

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